Aussichten
Jeder, der mit Postgeschichte intensiv befasst ist, weiss, wo die Desiderate unseres Faches liegen. Aber niemand findet den Mut, das Werk anzugehen. Bei näherer Überlegung finden sich mehr Gründe, vor allem organisatorischer und finanzieller Art, die Finger davon zu lassen, wenn aber die Überzeugung unwidersprochen bleibt, dass ohne die notwendigen Schritte, das Fach stagnieren wird, müssen die Bedenken zurückstehen.
Noch ist nicht alles bedacht, und der Anfang wird holprig verlaufen, aber die Inhalte des Projektes sind klar und deutlich. Es geht um fünf Bereiche, die angegangen werden müssen.
Jeder Bereich für sich ist bereits eine Herausforderung, ihre gegenseitige enge Verzahnung erlaubt aber nur ein Neben- und kein Nacheinander. Unsere Schweizer Freunde haben sich um die Quellenedition bereits in vorbildlicher Weise bemüht. - Dieser Weg ist fortzusetzen, deshalb werden wir im Mitgliederbereich unserer homepage:
www. vorphila. de
vermehrt Quellentexte bereitstellen. Zur Zeit sind etwa die Aargauer Traktatenbücher und die Postverordnungen Sachsens in Arbeit.
Keiner kann alle Briefe besitzen. Für Untersuchungen, Artikel und Sammlungen sind aber umfangreiche Vergleichssammlungen unerlässlich. Und da viele Briefe in Archiven schlummern, wird deren Erschliessung die postgeschichtliche Forschung auf eine fundierte Grundlage stellen können. Nach unserer Überzeugung muss dies mit einer relationalen Datenbank geschehen. Eine solche Datenbank zu konzipieren ist eine langwierige und durchaus schwierige, weil bisher noch nicht angegangene Arbeit. Aber wir haben vor, demnächst einen Fachmann mit dieser Aufgabe zu betreuen. Lange haben wir darüber nachgedacht, ob eine eigene Zeitschrift selbsttragend sein kann. Die bisherigen Versuche erscheinen uns wenig erfolgversprechend. Deshalb haben wir uns entschlossen, ein Jahrbuch herauszugeben, das in seinem Umfang ganz an die vorhandenen Manuskripte und Projekte angepasst werden kann. Damit ist dann immer noch der Weg frei für Sonderveröffentlichungen von grösseren Monographien, Quelleneditionen und Korrespondenzanalysen. Was die Öffentlichkeits- und Seminartätigkeit angeht, planen wir einmal im Jahr ein Kolloquium zur europäischen Postgeschichte. Interessenten können sich dazu anmelden. Der erste Termin ist Anfang August 2006 vorgesehen. Näheres wird auf unserer homepage veröffentlicht. Ihre Redaktion