Die Fingerhut - Stempel (Teil 5 - Schluss)

Anzahl der Fingerhut-Stempel in der Gr. 104

Natürlich ist die Frage, wie viele Fingerhutstempel es eigentlich gibt, von nur geringem postgeschichtlichem Interesse, zumal man entscheiden muss, aufweiche Zahlen man dabei zurückgreifen möchte
Will man nur herausfinden, in wie viel Orten Stempel in der Größe von 19-20 mm Durchmesser Verwendung fanden (A)? Sollen auch alle Stempel-Varianten dazugezählt werden (B)? Oder will man auch die von mir unterschiedenen 11 Stempeltypen berücksichtigen (C)?
Aus Interesse an meinem Sammelgebiet habe ich trotzdem einmal die entsprechenden Zahlen ermittelt, wobei ich nur die Stempel einbeziehe, für die mir in den letzten 37 Jahren Belege vorgelegen habe. Diese Zahlen ändern sich natürlich dauernd, weil ich immer wieder neue Stempel entdecke.

A. Anzahl der Orte, in denen Fingerhut-Stempel im Einsatz waren

Bei dieser Anzahl bleiben alle farbigen, orthographischen und sonstigen Varianten sowie die Varianten in Elzevir unberücksichtigt. Auch wurden die Orte, die im AW in mehreren Untergruppen der Gr. 104 aufgeführt sind, nur einmal gelistet.

Die Gesamtzahl beläuft sich auf 691 Orte, davon entfallen auf die

  • Gr. 104 I     662 Stempel
  • Gr. 104 II       12 Stempel
  • Gr. 104 III        7 Stempel
  • Gr. 104 IV        8 Stempel
  • Gr. 104 V          2 Stempel

B. Anzahl der Fingerhut-Stempel mit allen Varianten

Hier sind alle farbigen, orthographischen und sonstigen Varianten, auch die in Elzevir (im AW gesondert gelistet in der Gr. 101) einbezogen.
Nicht berücksichtigt sind die insgesamt 11 unterschiedlichen Typen der einzelnen Stempel.

Die Gesamtzahl beläuft sich auf 886 verschiedene Stempel, davon entfallen auf die

  • Gr. 104 I                   810 Stempel
  • Gr. 104 II                      30 Stempel
  • Gr. 104 III                     23 Stempel
  • Gr. 10 4 IV                    17 Stempel
  • Gr. 104 V                         6 Stempel

C. Anzahl der Fingerhut-Stempel nach Typen geordnet

 Gr. 104 IGr. 104 IIGr. 104 IIIGr. 104 IVGr. 104 VSumme
Typ 1

57

21

20

3

0

101

Typ 2

63

16

11

1

0

91

Typ 3

36

15

10

3

0

64

Typ 4

18

10

6

1

0

35

Typ 5

0

0

2

0

0

2

Typ 6

219

2

0

1

0

222

Typ 7

343

0

0

2

1

346

Typ 8

55

0

0

2

0

57

Typ 9

623

3

0

10

6

642

Typ 10

93

2

0

0

0

95

Typ 11

28

0

0

0

0

28

Summe

1535

69

49

23

7

1682

Die große Diskrepanz zwischen der Anzahl der Fingerhut-Stempel inklusive Varianten (886) und ihrer Anzahl, wenn man die 11 Typen berücksichtigt (1682), ergibt sich aus der Tatsache, dass es von den einzelnen Ortsstempeln bis zu 6 Typen gibt, wie die folgende Aufstellung zeigt.

In 19 Orten wurden im Laufe der Zeit 5 verschiedene Stempeltypen eingesetzt.

OrtTypenBemerkungen
 1234567891911 
CACHOT     xx xxx 
DIETIKONxxx   x x   
ELGGxxxx    x   
FAHY     xx xxx 
FENIN     xx xxx 
FONTAINESxxxx    x   
HAUSENxxx   x x   
KILCHBERGxxx   x x   
KUSSNACHTxxx   x x   
MELLINGENxxx   x x   
MUNCHWEILENxxx   x x   
NESSLAUxxx   x x   
SCHWEIZERHALLExxxx    x   
STEIN a/RHxx   xx x   
TAàGERWEILENxxx   x x   
TURBENTHALxxx   x x   
             
COURRENDLINxxx     xx Gr. 104 II
             
UNDERVEL1ERxxxxx      Gr. 104 III
             
LAUFEN CT. BERN xx   xxx  Gr. 104 IV

 

In 5 Orten waren es sogar 6.

OrtTypenBemerkungen
 1234567891911 
EGLISAUxxxx  x x   
FEHRALTORFxx   xxxx   
H IN WEILxxxx  x x   
RUTIx xx xx x   
             
CHATELATxxxx    xx Gr. 104 II

Aber natürlich findet man auch zahlreiche Ortsstempel, die nur in einem einzigen Typ vorkommen. Dies gilt für Strubel vor allem für die Jahre 1862/63 mit Typ 7 (AW-Typ 2) und noch mehr für Sitzende Helvetia nach 1865 mit Typ 9 (AW-Typ 3).

Schlussbetrachtung

Nachdem ich nun die mir für das Sammelgebiet Fingerhut-Stempel der Gr. 104 am interessantesten erscheinenden Aspekte aus meiner Sicht erörtert habe, möchte ich mich sehr herzlich bei all den Sammler-Kollegen bedanken, die meine Ausführungen kommentiert und mich, indem sie mir teilweise Einblick in ihre eigene Fingerhutstempel-Sammlung gewährten, über die Existenz von einer ganzen Reihe von mir bisher unbekannten Stempeln informiert haben.

Ich muss gestehen, dass das Echo auf meine Vorschläge eine neue Typeneinteilung betreffend eher zurückhaltend war, wohl vor allem deshalb, weil sich mein System ziemlich deutlich von dem im Abstemplungswerk von Andres und Emmenegger eingeführten unterscheidet und damit auf den ersten Blick recht kompliziert erscheint. Verständlicherweise empfinde ich dies nicht so, einmal weil es in meinen Augen um einiges logischer als das bisherige ist und zum anderen weil es eine genauere Differenzierung der einzelnen Typen ermöglicht. Aber natürlich braucht es auch einige Zeit, bis man sich damit vertraut gemacht hat.

Ich hoffe sehr, dass auch nach Abschluss meiner kleinen Artikelserie der Kontakt zu anderen Stempelsammlern aufrecht erhalten werden kann, und ich bin natürlich auch weiterhin jederzeit bereit, nach meinem augenblicklichen Wissensstand Auskunft z.B. zur Seltenheit eines bestimmten Stempels zu geben.

Abschließend möchte ich noch einen ganz anderen Aspekt zur Sprache bringen, der mir sehr am Herzen liegt. Irgendwann in den nächsten Jahren werde ich aus Altersgründen (ich bin inzwischen 73) meine „Forschungen" im Gebiet der Fingerhutstempel reduzieren oder sogar ganz einstellen müssen, dann wäre ich sehr froh, wenn ich meine Kartei, in der ich in den letzten 37 Jahren alle Belege dieser Stempelart gesammelt habe, die mir vor Augen gekommen sind, an jemand übergeben könnte, der sich mir der gleichen Begeisterung wie ich diesem Sammelgebiet widmen möchte. Es wäre doch zu schade, wenn alle meine Unterlagen in den Papierkorb wandern würden. Wenn sich also ein (jüngerer) Sammler, vielleicht jemand, der der Ansicht ist, dass die Fingerhütli eigentlich als ur-Schweizer Kulturgut betrachtet werden sollten und damit so wieso eher in Schweizer Hände gehören, dafür interessieren könnte, meine Forschungen später fortzuführen, so würde ich mich sehr freuen, wenn er mit mir in Kontakt treten würde.